5. Zwüfebeisser Tour

5. Zwüfebeisser MTB Tour

Teilnehmer: Christian N., Ivo, Werner T., Werner R., Robert, Harry, Karl-Heinz und Dietmar
Insgesamt waren 31 MTB’ler dabei

Tourdaten: 40 Km / 606 Hm

Am Sonntag den 28.10.07 war es mal wieder soweit, die 5. Zwüfebeisser MTB Tour wurde nach einem Jahr aussetzen wieder gestartet.
Vorher mussten wir einige RVW’ler mobilisieren, zum Schluss waren es doch noch acht RVW’ler die mitgefahren sind.
Um Punkt 10:00 Uhr ging es los. Diesmal sollte es keine WM sein, aber es kam natürlich wieder einmal anders.
Nach einem Kilometer schoss Karl-Heinz mit seinem Kumpel Herbert und den anderen MTB’lern an der ersten Abzweigung vorbei, alles Stopp und zurück in den Trail. Danach splitterte sich das Feld in zwei/drei Gruppen.
Den super Abfahrtstrail, wo es sehr steil bergab ging, der super zum fahren war, erreichten nur ca. zehn Fahrer die an der Spitze fuhren. Die Fotografen warteten vergeblich auf die anderen. Die anderen erreichten den Trail nicht, sie haben sich irgendwie verfahren, kamen aber zum Schluss mit fünf Kilometer weniger am Tacho auch ins Ziel.
Es ging weiter Richtung Arzberg, wo auf einmal die Spitze vom glauben abgefallen ist. Wo kamen auf einmal die ganzen Biker her?
Das waren alle die, die irgendwie nicht die Strecke gefunden hatten, ist ja egal, es sollte eine Tour werden, bei der es nur galt das Ziel zu erreichen, um die hervorragende „Zwiebelsuppe“ zu genießen.

Kompliment an die Veranstallter, es war wieder eine schöne Tour für einen guten Zweck.

Servus
Dietmar

Und jetzt Robert:

Am 28.10.2007 war es wieder so weit. Nach einjähriger Pause, haben sich die Veranstalter, MC Nobreakes, für eine weitere Auflage, der legendären Zwüfebeißer Tour, entschlossen. Es war lange Zeit auf der Kippe gestanden, ob der Zwüfebeisser jemals wieder auferstehen sollte. Aber sehr zu unserer Freude, haben sich die Veranstalter für eine Austragung entschieden.
Der akute Personalmangel der Veranstalter, gestaltete die Organisation schwierig. Aber letzten Endes hat es doch geklappt.

Seit ich vor 2 Jahren das erste mal mitgefahren bin, bin ich von dem Virus befallen. Meine Enttäuschung war riesig, als letztes Jahr kein Zwüfebeisser gefahren wurde. Umso größer war meine Freude, dass dieses Jahr ganz unverhofft, fast schon kurzfristig, das „Halali“ geblasen, und zum Zwüfebeisser geladen wurde. Ich war so in Erwartung, wie ein Kind in der Vorweihnachtszeit, das aufs Christkind wartet. Und Gestern war dann der Showdown in Amtmannsdorf. Natürlich war ich wieder viel zu früh am Ort des Geschehens. Die Veranstalter hatten noch nicht einmal aufgebaut. Aber wenn ich schon mal da bin, kann ich ja gleich mithelfen. Nach und nach trafen dann meine Mitstreiter ein, luden ihre Mountainbikes aus den Autos und gingen zur Anmeldung. Um 10 Uhr war Start. Und los ging’s. Rechts um den Hof herum links hinauf, geradeaus, am 1. Abzweig vorbei, wieder zurück und den richtigen Weg genommen. Hinein in den Wald, über die Wurzeln, den Berg hinauf und über die Steine den Berg hinunter, nach Töging. Das war so der Zeitpunkt, an dem ich mein Hungergefühl nicht mehr verdrängen konnte. Normalerweise brauche ich bei einer ca. 2 Stunden Ausfahrt nichts zu Essen. Mit dieser Einschätzung habe ich mich aber dieses mal zu weit aus dem Fenster gelehnt. Was ich nicht bedacht hatte war, dass ich schon um 7.00 Uhr gefrühstückt hatte. Um 10 Uhr war der Start und wir waren fast schon eine Stunde unterwegs. Wenn ich in der Arbeit bin, habe ich bis zur Brotzeit schon einen Hunger wie ein Wolf und das sind nur 2 Stunden nach dem Frühstück. An diesem Zeitpunkt war das Ende eigentlich schon abzusehen. Ich wollte es aber nicht, oder besser noch nicht, wahr haben. Den Arzberg hinauf musste ich schon das erste mal schieben. Oben wurden wir von den Spitzenreitern überholt, was mich sehr verwunderte, da wir ziemlich am Ende des Tross sein mussten. Einer unterstellte uns beim überholen, dass wir abgekürzt hätten. Immer diese „Ehrgeizlinge“!! „was können wir dafür, wenn Ihr den Weg nicht findet!?“ Die Abfahrt in den Steinbruch konnte ich gar nicht mehr genießen, weil die Konzentration, sprich das Hirn, nicht mehr funktionierte. Das lässt auf eine massive Unterzuckerung schließen. Am letzten Anstieg war es dann passiert. Ich brauchte eine Pause. Als ich mich umsah, traute ich meinen Augen kaum. Da kamen unsere Schnellsten von hinten.
Langsam glaube ich doch, dass wir eine Schleife ausgelassen haben. Weiter geht’s – aufgestiegen und gleich wieder ab. Schiebepassage – noch mal Glück gehabt. Da ist keiner gefahren. Aber mir wurde richtig schwarz vor Augen. Ich begann zu Zittern und zu frieren und ein Schwindelgefühl überkam mich. Diagnose: „Hungerast!“ So jetzt weiß ich auch wieder wie das ist. Da letzte mal war das bei der Auffahrt zum Plumsjoch, nachdem wir zuvor die Auffahrt zum Karwendelhaus gefahren sind. Wie auch dieses mal war der Werner dabei und hat mir die Hand gehalten. Das Trinken war auch schon lange alle und jetzt kam der Mann mit dem Hammer. Ich rettete mich noch bis zur nächsten Forststraße, wo meine beiden Mitstreiter auf mich warteten: „…ja wo bleibt er denn…?“ hörte ich sie spotten. Wieder in den Sattel und weiter. Mir kam es vor als würde ich in Zeitlupe treten. All meine Kraft brachte keinen Druck aufs Pedal. Die Hölle! Meine Kumpels ließen sich zurückfallen und fuhren eine halbe Radlänge vor mir, als ich bei Harri, in der Seitentasche seines Rucksacks, einen Müsliriegel entdeckte. Mundraub ist in Bayern meines Wissens straffrei- oder? Ich habe gerade noch die Verpackung aufgemacht und schon war der Riegel weg. Sonst hätte ich ihn mitsamt der Verpackung verputzt. Jetzt hatte ich Blut geleckt. Mehr, mehr! Aber die anderen waren schon wieder weg. Ich bin so langsam, dass ich fast in der Zeit zurückgereist wäre. Da ist mir eingefallen, dass ich noch ein Gel in der Tasche habe – für Notfälle. Das habe ich mir dann kredenzt. Weißgott, ich habe noch nie in meinem Leben solch ein Powergel mit so viel Genuss verschlungen. All meine Sinne fühlten sich angesprochen. Es war, als würde neues Leben in meinen Mund hineinfließen, an den Geschmacksnerven Hallo sagen. Das ist fast wie ein Orgasmus – nur anders herum. Meine Geschmacksnerven meldeten dem Bewusstsein endlich die ersehnte Energie. Der Geschmack war so intensiv, immer und immer wieder rollte ich die Tube auf, um noch den letzten Rest auszusaugen. „Leer! Schade! Hunger! Das hilft nichts!“ Also schwang ich mich wieder auf mein Drahtesel und fing an weiterzukurbeln. Wie ich aus dem Wald, auf einen breiteren Weg einbiegen wollte, kamen unsere Raser wieder daher. Da konnte ich mir ein lautes Lachen nicht verkneifen. „…schon wieder verfahren…!“ hörte ich sie noch kommentieren und schon waren sie weg. Am nächsten Abzweig warteten meine beiden Begleiter wieder auf mich. Das einzige was ich sagen konnte war: „Hunger!“ Da kramte Harri eine Wurstsemmel aus seinem Rucksack: „die hab ich doch ganz vergessen! Magst du mal beißen?“ Meine Augen wurden immer größer und wenn es gegangen wäre, hätte ich sie gleich damit verschlungen. „Los gib her!“ Hunger kommt vor Höflichkeit. Aber ein „Danke“ brachte ich noch kauend, mit vollem Mund, heraus. Undeutlich aber ehrlich. Noch schnell jeder zwei Bissen und dann ging’s wieder weiter. Langsam kam das Leben wieder in mich zurück. Ich konnte dem mäßigen Tempo meiner Kumpels, wieder folgen. Wenn jedoch die Luft nach Kuhscheiße riecht, die Felder neben einem etwas bräunlicher als normal aussehen, sich die Farbe des Untergrundes kurzzeitig verdunkelt, sollte man unmittelbar vorher, die Geschwindigkeit auf ein Minimum reduzieren, was ich auch machte. Ein Zeichen dafür, dass der Zucker wieder in meinem Gehirn angekommen ist. Die anderen machten sich darüber scheinbar weniger Gedanken und preschten durch die Gülle, die vom Feld über den Weg lief. Ich rief ihnen noch nach, aber als ich „Scheiße“ schrie, waren sie schon mitten drin. Zum Glück hatten wir alle keine Schutzbleche montiert, damit wir mehr davon haben. „Lecker!“ Noch über eine feuchte Wiese, damit wenigstens die Reifen, im Ansatz wieder sauber wurden, und schon waren wir am Ziel. Jetzt war ich satt. Aber die Zwiebelsuppe und das frische Brot ließ ich mir nicht nehmen.

Vielen Dank an die Veranstalter und hoffentlich bis zum nächsten Jahr
Euer Robert, vom RVW

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