Fischessen

„Wie keiner Da!?“ Traumhaftes Radelwetter, ein angesagtes Fischessen und 20 Liter Freibier. Die Brotzeit zahlt der Verein und kein Mensch im Training. Um 5 vor halb waren gerade mal ein paar Hanseln da. Jeder hat den anderen gefragt, wo denn der Rest bliebe. 28 Starter am Sommerbiathlon und jetzt ist keiner davon da. Die einen treiben sich in Südtirol herum, der Andere hat schon am Freitag Mittag reiß aus genommen und ist alleine auf Tour gegangen. So gerne wie ich Fisch esse, bleibt da einiges übrig. Frisch importiert aus dem hohen Norden. Das ist wie eine original Münchner Weißwurst vor 12.00Uhr in Hamburg – nur umgekehrt.
Zu allem Überfluss war auch kein Guide zum Start anwesend. So musste ich mir den Stiefel anziehen und die Gruppe zwei Stunden lang beschäftigen. Ich schwitzte nicht wegen der Temperaturen, sondern wegen der Verantwortung die Gruppe wieder wohl behalten und komplett zurückzubringen. Es könnte passieren, dass das Märchen von Hänsel und Gretel neu geschrieben werden muss…..
Kurz vor Echenzell gabelten wir jedoch einen verlorenen Sohn auf, von dem ich wusste, dass er ortskundig ist. So war zumindest das eine Problem schon gelöst. Weiter und immer weiter ging’s in den Wald hinein. Einmal haben wir eine Schleife eingebaut, die uns auf unserem Weg effektiv zweihundert Meter weiter gebracht hat. Dabei sind wir aber bestimmt zwei Kilometer gefahren und keiner hat es gemerkt. Das war ein Spaß – allerdings nur für die, die es wussten.
In Walting haben wir dann einen alten Bekannten ausgegraben. Ich habe keine Ahnung wie er heißt, aber er ging ganz lange und steil bergauf. Den bin ich seit Jahren nicht mehr gefahren, aber schön! Schön anstrengend. Ganz tief in meinem Herzen bin ich doch ein Masochist. Dann ging’s aber schnurstracks zu den Fischen. Ohne Umweg und ohne unnötige Höhenmeter. Alles in allem war es eine knackige Appetitanregertour mit 39 km und 467 Höhenmetern. Das heißt, wir haben uns die zünftige Brotzeit verdient. Außerdem hatte ich jetzt wirklich schon Hunger.
Angekommen, machten wir uns sogleich über die toten Fische her. Eingelegt in was auch immer, gekochte Kartoffeln und frisches Brot dazu.
Und siehe da, man glaubt es kaum, kamen nach und nach die ganzen Drückeberger um die Ecke. Heute ist scheinbar jeder sein eigenes Rennen gefahren – na ja mir soll´s recht sein, Hauptsache wir waren am Schluss wieder alle vereint. Der Fisch war lecker, sie Stimmung hat auch gepasst und bei Einbruch der Dunkelheit hat sich die Meute in Wohlgefallen aufgelöst. Einige sind noch geblieben und haben König Fußball noch gehuldigt. EM Viertelfinale, Türkei gegen Kroatien, glaube ich. Man hat alles gesehen, wenn man die Verlängerung und das Elfmeterschießen gesehen hat.

Vielen Dank an den Organisator dieses Events

Euer Robert

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