Schachentour

Klassiker Tour zum Schachenhaus

Dabei waren: Ilse, Robert, Werner, Dieter, Uwe und Dietmar

Man möchte es nicht glauben, mitten unter der Woche kommen sechs RVW’ler zusammen um einen Klassiker zu fahren!!!

Schachentour am Dienstag 09.09.08

Sixpack – oder lieber doch ein ganzes Fass? Ich würde sagen, das „Ratpack“ hat wieder zugeschlagen. Ich war noch gar nicht richtig vom Lago zurück, da ereilte mich eine SMS: „Wann ich denn wieder in heimlichen Gefilden verweile?“ Die Antwort folgte prompt: „ …bin gerade angekommen – warum?“ Der Bildschirmschoner an meinem Handy war noch nicht ausgegangen, da kam schon der Rückruf: (ich fasse zusammen) Nicht auspacken -stopp- Dienstag, geiles Wetter – stopp- Radeltour in die Berge – stopp- “ mit anderen Worten, der Guide hat schon mit den Hufen gescharrt.
Trotz meiner Verletzungen ließ ich mir Gelegenheit nicht entgehen und sagte zu. Ich musste zwar noch eine Nacht darüber schlafen, aber die Entscheidung war eigentlich schon getroffen. Meine Mitfahrgelegenheit stand förmlich schon in den Startlöchern. Praktisch eine: „gmahte Wiesn!“ Ein paar Telefonate und schon war die Sache in trockenen Tüchern.
Nach meinem Trainingslager auf der Südseite der Alpen werde ich den Altmühlthalbikern das Fürchten lehren, dachte ich! ….aber dazu später.
Das Aufstehen fiel mir an diesem Dienstag Morgen ein wenig schwer, da ich vom Gardasee noch mit der Zeitverschiebung zu kämpfen hatte. Da unten gehen die Uhren einfach anders !!!! Die Tour fand ihren Ausgangspunkt direkt vor meiner Garage. Von dort aus fuhren wir auf dem direkten Weg, nicht über Los, zum Parkplatz bei der Skisprungschanze in Garmisch-Patenkirchen.
Für die Tatsache, dass es ein super warmer Spätsommertag werden sollte, war es in der Früh noch verdammt kalt. Ich bin mir auch nicht sicher ob es nur an der Temperatur gelegen hat, dass unser Kamerakind seine Strümpfe bis über die Waden gezogen hat, oder an der neuen Mode im Leistungssport, dass man sich Thrombosestrümpfe anzieht. Für was das gut sein soll? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall erinnert mich das stark an die 70er Jahre. Ich kenne das nur von Jetpiloten. Diese haben eine ähnliche Einrichtung in ihren Anzügen, damit bei mehrfachen „G“-Beschleunigungen das Blut nicht in die Beine gedrückt wird und dann der Kreislauf zusammenbricht, weil das Blut nicht mehr im Kopf ist. Wahrscheinlich haben wir bei unseren Abfahrten mit so starken Erdanziehungskräften zu kämpfen, dass das ganze Blut in die Beine gepresst wird und wir mit einer Blutleere im Gehirn leben müssen. Daraus folgt: „kein Gehirn, keine Steuerung!“ Das hätte mir jemand vorher sagen sollen, bevor es mich am Lago auf die Fresse gehauen hat.
Oder war ihm einfach nur kalt? Der Ertrinkende klammert sich ja schließlich auch an einen Strohhalm. Bei diesen schattigen Temperaturen hatte ich wenig Hoffnung, dass das Thermometer über die 20 Grad Marke klettern würde. Zum Glück ging es kurz nach dem Parkplatz einen steilen Anstieg bergauf, der mir kräftig einheizte. Ich kämpfte mit einer Steigung von bis zu 25%. In den wenigsten Fällen ließ diese Steigung kurz nach. Immer wenn sie eine kleine Verschnaufpause einlegte, hörte der Teerbelag auf. Das muss natürlich einen Grund haben!?
Logisch: Teer = Haftung.
Was im Umkehrschluss bedeutet, dass man den Berg auf Schotter gar nicht erst hinauf kommt, weil er so steil ist. Für mich hieß das: „Arschbacken zusammen kneifen, es ist schon wieder geteert!“ Fast 300 Höhenmeter dauerte diese Schinderei, und wir waren an der Partnachalm angekommen. Völlig alle und nass geschwitzt ging es dann bei der Kälte eine rasende Abfahrt im Schatten der Vegetation runter ins Reintal. Ich konnte förmlich alle Viren und Bakterien, die eine Erkältung hervorrufen können, auf meiner Nasenschleimhaut spüren. Mit Gänsehaut und triefender Nase ging es dann in den finalen Anstieg. Zuerst ganz gemächlich und am Ende immer steiler. Die Temperatur wechselte im Laufe des Vormittags von einer erfrischenden Kühle zu einer angenehmen Hitze auf 1800 Meter über Normalnull. Am letzten Halt vor dem finalen Stück hätte ich vielleicht auch etwas zu mir nehmen sollen, so wie alle anderen, weil mir ein wenig der Brennstoff ausging. Bei Racern würde man von einem Hungerast oder Unterzucker sprechen. Ich bin aber ein eher Bodenständiger Typ und würde von „Unterwurstsemmel“ oder „Untersulz“ sprechen. In jedem Fall ist es einfach nicht von Vorteil, wenn man ohne Benzin ins Rennen geht. Dementsprechend schwer fiel es mir, das Tempo der anderen zu halten. Wie es aber bei Strohfeuern so ist, hielt der Vorteil nicht sehr lange an. Zumindest oben auf der Alm waren wieder alle gleich auf. Bis auf ein paar Ausnahmen ging es dann nur noch bergab. Schnell noch zum Gschwendtnerbauern auf Kaffee und Kuchen und dann aber gleich nach Hause. Ein kleiner Vorschlag für alle, die München nicht großräumig umfahren können: „…in den Stoßzeiten, wie dem Feierabendverkehr, möglichst eine andere Zeit oder Route wählen!“

Euer Robert

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