Oberstdorf – Riva (2001)

in 4 Etappen (450 Km / 8800 Hm / Fahrzeit: 28 Stunden)
Teilnehmer: Mathias Boegershausen und Uwe Nikolaus

1. Tag, Oberstdorf – Ischgl

(97 km / 2200 hm / Fahrzeit: 6:30 Stunden)

Um 6:00 Uhr trafen wir uns in Ingolstadt am Hauptbahnhof und fuhren nach Oberstdorf. Da wir aber ein Wochenendticket hatten, das für den Anschlusszug ab München nicht gegolten hat, mussten wir noch eine Stunde warten und mit einem langsameren Zug weiterfahren.
Um 11:30 Uhr, ca. zwei Stunden später als geplant, waren wir dann endlich in Oberstdorf. Mit dem ursprünglich geplanten gemütlichen Einrollen am ersten Tag wurde es also nichts, denn wir hatten ja noch ca. 100 km vor uns.
Kurz hinter Oberstdorf hatten wir noch mit ein paar Problemen zu kämpfen. Uwe musste einsehen, dass seine Lenkertasche doch nicht geländetauglich ist, weil sie bei jedem einfedern der Gabel auf den Reifen gedrückt wurde und so wurde sie einfach auf den Rucksack geschnallt. Bei Mathias löste sich das vordere Schutzblech samt Befestigung und wurde ebenfalls in den Rucksack verbannt. Das schwarze Ding, das auf den Fotos in Mathias´ Rucksack zu sehen ist, ist also keine aerodynamische Abfahrtshilfe! So, nachdem nun alle Probleme behoben waren, konnten wir uns den Schrofenpass, unseren ersten Berg, vornehmen.
Danach ging´s durch mehrere Kuhgatter hindurch nach Lech in Österreich. Auf geteerten Straßen fuhren wir über den Flexenpass, danach den Arlbergpass bis nach St. Anton. Jetzt führte der Weg endlich wieder auf Schotterwegen, an der Konstanzer Hütte vorbei, zum Verbellener Joch (2600 hm). Dort ließen wir die Heidelberger Hütte links liegen und fuhren bzw. schoben auf einem groben Schottertrail, bergab Richtung Galtür. Es war schon ca. 19.00 Uhr und saukalt. Bis Ischgl waren es jetzt nur noch ein paar Kilometer.

2. Tag, Ischgl – Naturns

(144 km / 2800 hm / Fahrzeit: 9 Stunden)

Heute fuhren wir schon um 9:00 Uhr los, aber auch an diesem Tag war kein gemütliches Einrollen möglich. Denn schon ab der Ortsmitte von Ischgl ging´s bergauf und das sollte erst nach 1600 hm am Stück, nämlich am Äußeren Viderjoch (2750 hm) enden.
Da gerade das Ischgler Skigebiet modernisiert wurde, fuhren immer wieder dicke LKW´s an uns vorbei (auch bis auf 2750 hm). Soviel also zum Thema frische Bergluft. Also nichts wie weiter in die Schweiz zur wohlverdienten Mittagspause.
Dass wir in der Schweiz, und nicht in Italien waren, merkten wir übrigens erst bei dem Blick in die Speisekarte. Der Weg verlief weiterhin bergab nach Samnaun. Durch enge nicht beleuchtete Tunnel, die auch für PKW`s freigegeben waren, fuhren wir nach Nauders. Von nun an sollte es für heute nur noch bergab gehen. Den Reschenpass mit Ausblick auf den Ortler hatten wir also recht schnell hinter uns – und schon waren wir im Vinschgau.
Da wir uns aber immer wieder auf den Radwegen verfuhren und es schon früher Abend war, entschieden wir uns, auf der Bundesstraße bis Naturns weiter zu fahren.

3. Tag, Naturns – Madonna di Campiglio

(135 km / 2800 hm / Fahrzeit: 8:30 Stunden)

Die ersten Kilometer an diesem Tag führten uns durch die Obstgärten des Vinschgaus. In Meran verpassten wir dann den Abzweig Richtung Lana und wären fast auf der Autobahn raus gekommen. Nachdem wir die Orientierung wieder einigermaßen beisammen hatten, fuhren wir weiter.
In Lana war es vorbei mit gemütlichem radeln in der Ebene. Jetzt hieß es rauf zum Gampenjoch. Oben angekommen tankten wir die Energiespeicher wieder auf und fuhren bergab ins Val di Sole. Hier hatten wir wieder das gleiche Problem wie gestern: nach ca. 1-2 km plötzlich im Nichts endende (offiziell ausgewiesene und markierte) Fahrradwege. In Dimaro bogen wir links ab und fuhren zwischen Adamello und Brenta Gruppe hinauf nach Madonna di Campiglio.
Dort trafen wir Karo, die mit dem Auto nachgekommen war, um uns morgen wieder mit nach Hause zu nehmen. Jetzt hatten wir schon 120 km in den Beinen und es sollten eigentlich nur noch 4 km bis zum Campingplatz sein. Schon ein kühles Bier vor Augen, warfen wir die Rucksäcke ins Auto und rollten gemütlich los. Was wir nicht wussten, war, dass die Durchgangsstraße durch einen Tunnel verläuft, und dass dieser für Radfahrer nicht freigegeben ist. Wir suchten also einen anderen Weg zum Campingplatz. Ein Blick auf die Karte hätte jetzt bestimmt weiter geholfen. Die war aber im Rucksack – und der Rucksack?….der war im Auto!!!
Den weiteren Verlauf unserer „Irrfahrt in der Brenta“ zu schildern würde noch einige Seiten in Anspruch nehmen. Kurz gefasst: Nach ca. 15 statt 4 km, einer Hundeattacke und ca.10 EUR Telefongebühren (wir riefen immer wieder Karo an, um uns navigieren zu lassen, kamen wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit endlich auf dem lang ersehnten Campingplatz an.

4. Tag, Madonna di Campiglio – Riva del Garda

(70 km / 1000 hm / Fahrzeit: 4 Stunden)

Eigentlich hätte die heutige Etappe noch durch einen Teil der Brenta führen sollen. Aber da die letzten Tage etwas intensiver waren als wir gedacht hatten, machten wir uns auf einer (das Sitzfleisch schonende) asphaltierten Straßen auf in Richtung Gardasee. Erstmal fuhren wir bergab nach Tione di Tenno, von dort aus hinauf zum Passo Duron (1000 hm) und weiter zum Tennosee. Kurz vor dem Ziel gönnten wir uns einen Bilderbuchtrail, der hinunter zum Gardasee führte.
Den Sprung (samt Bike) in den See ließen wir dann wegen den zahlreichen Badegästen doch sein und fuhren am Strand von Riva entlang zu unserem, von Karo schon seit dem Vormittag reservierten, Platz. Wir verstauten die Bikes im Auto und machten uns, nach einer Stärkung in einer Pizzeria, auf in die Heimat.

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