24. Arber Marathon

Wie war das gleich noch mal? „Einer für alle und alle für einen!“ Die fünf Muskeltiere haben wieder zugeschlagen. Diesmal in Regensburg und Umgebung.
Am Anfang stand noch einer schwerwiegende Diskussion, die nur durch ein salomonisches Urteil beseitigt werden konnte. Auf der einen Seite stand die Fraktion der Schutzblechbefürworter. Auf der anderen Seite, wie sollte es auch anders sein, die Gegner. Ausgelöst hatte die Diskussion eine SMS unseres Führers ins andere Lager: „…fahren wir mit oder ohne Schutzbleche?“ Darauf nur ein knappes: „Mit!“ Zehn Sekunden später kam die Antwort: „Ohne!“
Wir beugten uns der Übermacht (3 zu 2), fuhren zurück zum Auto und warfen unsere Schutzbleche in selbiges. Den Start haben wir auch dieses Jahr wieder verpennt, aber diesmal nicht, weil noch einer austreten musste, sondern weil noch eine Nachmeldung zu erledigen war. Lieber nachgemeldet, als gar nicht gemeldet! – Gell!!
Na gut – wir sind als letzte losgefahren, konnten aber die Lücke zum Feld noch vor dem ersten Anstieg schließen. Nachdem sich die Straße ihrem Ende neigte, wurde aus dem Untergrund ein recht schlammiges gelbes Etwas. Das war der Augenblick, an dem ich an unserer Entscheidung zweifelte, die Schutzbleche abzumachen. Ein Blick zum Himmel stimmte mich jedoch zuversichtlich, dass die Wege im Laufe des Tages abtrocknen werden.
Wenn die Beine noch frisch, und die Motivation noch groß ist, ist man guter Dinge. Die Strecke hat alles zu bieten, was das Herz begehrt und diese Veranstaltung ausmacht. Die „kurze Strecke“ ist bis auf eine Schiebepassage komplett mit dem mittleren bzw. großen Kettenblatt zu bewältigen. Nach dem Abzweig ist aber Schluss mit Lustig. Glücklicherweise hatte ich mir beim Frühstück eine Wurstsemmel eingepackt, die mich heil bis zur ersten Verpflegungsstelle brachte. Dort machte ich das gleiche wieder. So war mein Körper immer ausreichend mit Nährstoffen versorgt, um die mörderischen Antritte zu überstehen. Über die Eckdaten der Tour herrschte eine geteilte Meinung. Je nach Messgerät kamen Werte von 112 bis 120km und zwischen 1800 und 2100hm heraus. Mir jedenfalls hat es zwischen 70 und 90 km schon gereicht. Im Wald war es noch angenehm, aber sobald wir auf Teerstraßen unterwegs waren, war die Hitze für mich unerträglich. Wenn wir dann auch noch in eine Senke gefahren sind, ist mir förmlich die Luft weggeblieben. Das fühlt sich an, als wenn man die Tür zur Sauna aufmacht und hineingeht. In meinem Fall war mir eh schon zu warm und dann auch noch in die Sauna, das ist zu viel. Mein Rettungsanker war die Tatsache, dass Fahrtwind kühlt. Leider hatten wir, wenn überhaupt Wind war, Rückenwind, der genau die gleiche Geschwindigkeit hatte wie wir. Da half nur eins: „Durchdrücken!“ Kilometer für Kilometer schraubte sich die Karawane weiter auf ihrem Weg ins Ziel.

Die letzte Verpflegungsstation war, wie die Jahre zuvor, ein Biergarten, der 10 km außerhalb von Regensburg liegt. Dort konnten wir uns im Schatten der Kastanienbäume schon mal die Wunden lecken, und ein erstes Resümee der Tour ziehen. Wie auch schon beim letzten Mal, klingelte pünktlich nach dem Erhalt des ersten Freigetränks mein Handy. Es war der Guide: „Wo bleibt Ihr denn?“ „Ach weißt Du, wir trinken nur noch schnell aus und kommen dann nach!“ Ich packte meine Zeitfahrmaschiene aus und wir sind dann mit 35 Sachen auf Regensburg zugeflogen. Leider musste der ein oder andere abreißen lassen, aber an der nächsten roten Ampel waren wir wieder vereint. Auf dem Radweg zum Dultplatz haben wir sogar noch das gelbe Trikot überholt, dass gerade von der Rennradrunde zurückkam…..

P.S. nicht zu vergessen, es waren noch vier RVW’ler mit ihren Teerschneidern unterwegs.
Einer auf der langen Runde (245 km) mit einem fast 33er Schnitt, Wahnsinn!

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